MLP-Prüfungsverfahren

Verfahren zur Durchführung der Milchleistungsprüfung

CONVIS bietet seinen Mitgliedsbetrieben inzwischen eine Vielzahl von ICAR-anerkannten Prüfverfahren zur Durchführung der Milchleistungsprüfung (MLP) an. Die Prüfverfahren sind mittels einer vierstelligen Bezeichnung mit Kennbuchstaben und Kennziffern charakterisiert. Die exakte Bezeichnung der Prüfverfahren ist von Bedeutung hinsichtlich der Aussagekraft der Ergebnisse, zum Beispiel im Rahmen der offizielle Zuchtwertschätzung. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse umso genauer sind, je breiter die Datengrundlage ist, die zur Berechnung der MLP-Ergebnisse herangezogen wird.

Bezeichnung der MLP Prüfungsverfahren

Die Kennbuchstaben erklären die Prüfmethode und das Prüfschema, die Kennziffern geben Auskunft über das Prüfintervall und die Melkfrequenz.

Methode (M)Schema (S)
Milchmengen-FeststellungProbenahme (generell ein Stichtag)
Aamtliche Prüfung durch Prüfungsbeauftragten
(MLP-Mitarbeiter)
SStichtag - alle Gemelkealle Gemelke - anteilige Probe
Bbetriebliche PrüfungLStichtag - alle Gemelkealle Gemelke - konstante Probe
CA und B kombiniertMStichtag - alle Gemelkeein Gemelk - alternierende Melkzeit
NStichtag - alle Gemelkeein Gemelk - gleiche Melkzeit - korrigiert
T

Stichtag - ein Gemelk
- alternierende Melkzeit

ein Gemelk - alternierende Melkzeit

U

Stichtag - ein Gemelk
- gleiche Melkzeit

ein Gemelk - gleiche Melkzeit - korrigiert

E

täglich - alle Gemelke

alle Gemelke - anteilige Probe (automatische Melksysteme)

F

täglich - alle Gemelke

alle Gemelke - konstante Probe

G

täglich - alle Gemelke

ein Gemelk - alternierende Melkzeit

H

täglich - alle Gemelke

ein Gemelk - gleiche Melkzeit - korrigiert

1. Stelle: Die Prüfmethode(M)

Die Prüfmethode wird mit den Kennbuchstaben A, B oder C bezeichnet. Bei A führt ein Mitarbeiter von CONVIS die Prüfung durch, bei B der Landwirt oder ein anderer Betriebsangehöriger und bei C werden die bei der Prüfung anfallenden Arbeiten teilweise von einem CONVIS-Mitarbeiter und teilweise von einem Betriebsangehörigen des zu prüfenden Betriebes durchgeführt.

2. Stelle: Das Prüfschema (S)

Das Prüfschema gliedert sich in die Bereiche Häufigkeit der Milchmengenfeststellung und die Art der Probenahme. Bei einigen Prüfschemata werden alle Melkzeiten des Stichtages geprüft, bei anderen immer die gleiche Melkzeit oder aber die Melkzeit alterniert, das heißt sie wechselt von Prüftag zu Prüftag in gleichmäßigem Wechsel zwischen der Abend- und Morgenmelkzeit. Werden nicht alle Melkzeiten geprüft, werden die Leistungen der fehlenden Melkzeit unter Berücksichtigung der Zwischenmelkzeit, des Laktationsstadiums und der Laktationsnummer hochgerechnet.

Es bedeuten die verschiedenen Buchstaben an der zweiten Stelle der Kennzeichnung:

SDie Milchmenge wird an einem Stichtag bei allen anfallenden Gemelken festgestellt. Von jedem Gemelk wird eine anteilige Probe genommen.
LDie Milchmenge wird an einem Stichtag bei allen anfallenden Gemelken festgestellt. Von jedem Gemelk wird eine konstante Probe genommen.
MDie Milchmenge wird an einem Stichtag bei allen anfallenden Gemelken festgestellt. Bei jedem Prüftermin wird nur das Gemelk einer Melkzeit beprobt. Diese alterniert. Die Inhaltsstoffe der nicht beprobten Melkzeit werden hochgerechnet.
NDie Milchmenge wird an einem Stichtag bei allen anfallenden Gemelken festgestellt. Die Probenahme erfolgt immer zur gleichen Melkzeit, die Inhaltsstoffe der nicht beprobten Melkzeit werden hochgerechnet.
TDie Milchmengenfeststellung und die Probenahme erfolgen an einem Stichtag bei nur einer Melkzeit. Diese alterniert. Die Milchmengen und Inhaltsstoffe der nicht beprobten Melkzeit werden hochgerechnet.
UDie Milchmengenfeststellung und die Probenahme erfolgt an einem Stichtag bei nur einer Melkzeit. Diese ist konstant. Die Milchmengen und Inhaltsstoffe der nicht beprobten und gemessenen Melkzeit werden hochgerechnet.
EDie Milchmengen werden täglich erfaßt. An einem Stichtag wird jedes Gemelk mit einer anteiligen Probe beprobt.
FDie Milchmengen werden täglich erfaßt. An einem Stichtag wird jedes Gemelk mit einer konstanten Probe beprobt.
GDie Milchmengen werden täglich erfaßt. An einem Stichtag wird alternierend je ein Gemelk beprobt. Die Inhaltsstoffe der nicht beprobten Melkzeit werden hochgerechnet.
HDie Milchmengen werden täglich erfaßt. An einem Stichtag wird immer zur gleichen Melkzeit ein Gemelk beprobt. Die Inhaltsstoffe der nicht beprobten Melkzeit werden hochgerechnet.


3. Stelle: Das Prüfintervall (I)

Die Kennzeichnung für das Prüfintervall steht an dritter Stelle der Beschreibung des Prüfverfahrens und bezeichnet den zeitlichen Abstand der Milchmengenerfassung zwischen den Prüfungen. Es wird mit den Ziffern 1 - 9 (Wochen) und D (daily = täglich) dargestellt.

Intervall (I)

Dtägliche Prüfung
11wöchentliche Prüfung
22wöchentliche Prüfung
33wöchentliche Prüfung
44wöchentliche Prüfung
55wöchentliche Prüfung
66wöchentliche Prüfung
77wöchentliche Prüfung
88wöchentliche Prüfung
99wöchentliche Prüfung

4. Stelle: Die Melkfrequenz (F)

An vierter Stelle der Kennzeichnung eines Prüfverfahrens wird die Melkfrequenz angegeben. Sie gibt an, wie oft in dem Betrieb pro Tag gemolken wird und ist mit den Kennziffern 1 - 4 beziffert. Wird ein automatisches Melkverfahren (AMV, Roboter) angewendet, wird der Buchstabe R angegeben.

 

Melkfrequenz (F)

11x täglich
22x täglich
33x täglich (nicht bei T)
R

automatisches Melkverfahren (Melkroboter)

Beispiel: AS42

APrüfmethode - amtliche Prüfung durch CONVIS-Milchkontrolleur
SPrüfthema - Stichtag alle Gemelke und anteilige Probenahme
4Prüfintervall - vierwöchentliche Prüfung
2Melkfrequenz - zweimal täglich

Welche MLP – Prüfverfahren bietet CONVIS an?

CONVIS bietet nicht alle denkbaren Prüfverfahren an. Zur Zeit werden folgende Prüfverfahren angebotenen: die Intervalle 2, 4, 6 und die Melkfrequenzen 2, 3 und R.

Die Prüfschemata E, F, G und H dürfen nur angewendet werden, sofern die Daten von den Betrieben mittels einer betriebseigenen elektronischen Michmengenmesseinrichtung und einem geeigneten Herdenmanagement – Programm automatisch EDV – gerecht bereitgestellt werden.