Leistungsprüfung / Zuchtwertschätzung

Leistungskontrolle 2012

Die Resultate der Leistungskontrolle von 2012 sind fertig und können hier eingesehen werden.

Alle Luxemburger Herdbuch-Tiere sind leistungskontrolliert

Seit 1975 werden in Luxemburg alle Tiere der spezialisierten Fleischrassen, die herdbuchmäßig erfasst sind, regelmäßig gewogen. Bei den Robustrassen ist die Wiegung und Bewertung beim Absetzen fakultativ. Bis 1989 wurden alle Tiere im Alter von sechs und die Jungbullen zusätzlich im Alter von zwölf Monaten gewogen.

Seitdem wird das sehr umfangreiche Fleischrinderleistungskontrollprogramm „Chaîne Vaches Allaitantes“ heute „Bovin Croissance“, des französischen Tierzuchtinstituts „Institut de l’Elevage“ durchgeführt.

Alle Herdbuchkälber müssen regelmäßig im Abstand von 2-7 Monaten gewogen werden. Jedes Kalb wird mindestens zweimal (die meisten Tiere öfter) vor dem Absetzen von CONVIS oder vom Züchter selbst gewogen. Zusätzlich werden alle Kälber beim Absetzen bewertet („Pointage“). Bei der Bewertung werden 19 Körpermerkmale von einem in Frankreich ausgebildeten und jährlich geprüften „Pointeur“ benotet. Die einzelnen Noten ergeben getrennte Gesamtnoten für Bemuskelung, Rahmen, Fundamente und Futterzustand. Neu ist die Bewertung des Temperaments der Tiere, die sowohl bei der Techniker-Wiegung als auch bei der Exterieurbewertung ermittelt wird. Aus den Gewichten werden Standardgewichte für vier und sieben Monate gerechnet. Das Geburtsgewicht wird vom Züchter selbst über die Geburtskarte gemeldet. Bei den Gewichten ebenso wie bei den Geburtsdaten, welche vom Züchter selbst ermittelt werden, werden vom Zuchtverband Stichproben kontrolliert.

Was kann man mit diesen Standardgewichten anfangen?

Diese dienen neben der Eigenleistungsprüfung hauptsächlich zur Zuchtwertschätzung der Eltern.

  • Das Geburtsgewicht ermöglicht eine Aussage über die Leichtkalbigkeit, da beide Faktoren sehr stark miteinander korreliert sind.
  • Das 7 Monate- oder 210 Tagegewicht (210 TG) ermöglicht eine Selektion sowohl auf die maternalen Effekte (Mütterlichkeit) als auch auf das Wachstumspotential der Kuh, des Bullen und des Kalbes. Letzteres Leistungskriterium hat bekanntlich den größten ökonomischen Einfluss in der Mast. Der maternale Effekt ist bis zum Absetzen des Kalbes von größter Wichtigkeit.

Wieso werden die Kälber beim Absetzen „pointiert“?

  • Eine exklusive Selektion auf Milchleistung (Muttereigenschaften) und Wachstumspotential nach amerikanischem Muster bringt eine Verschlechterung der Bemuskelung und somit der Schlachtkörperqualität. Milchleistung und Wachstum korrelieren negativ mit der Bemuskelung, d. h. wenn das eine verbessert wird, wird das andere verschlechtert. Es gibt aber Ausnahmen zu dieser Regel und eines der Ziele der Leistungskontrolle besteht darin, diese Ausnahmen herauszustellen, um Tiere zu finden, die das eine Leistungskriterium verbessern ohne das andere zu verschlechtern.
  • Hohes Wachstumspotential bis zum Absetzen bedeutet nicht automatisch hohe Schlachtendgewichte. Deshalb braucht man ein zusätzliches Leistungskriterium, das wir in der Benotung des Rahmens finden. Eine hohe Benotung im Rahmen beim Absetzen in Verbindung mit einem hohen Wachstumspotential korreliert sehr stark mit einem schweren Mastendgewicht.
  • Die Bewertung (Pointage) wird zur Zuchtwertschätzung beider Elternteile genutzt. Dies ergibt getrennte Zuchtwerte für Bemuskelung und Rahmen.
  • Die Bewertung ist eine Beschreibung des Tieres zu einem bestimmten Moment. Es ist jedoch keine qualitative, sondern eine quantitative Bewertung (viel - wenig Bemuskelung bzw. großer - kleiner Rahmen). Es sagt also nicht alles über die Qualität eines Tieres aus (hier spielt Typ und Harmonie auch eine wichtige Rolle).

Zuchtwertschätzung nach dem Absetzen

Über die Hälfte aller Tiere (56 %) verlassen nach dem Absetzen den Betrieb, auf dem sie geboren wurden und stehen somit in den meisten Fällen nicht mehr zur Verfügung, um irgendwelche Leistungskriterien zu messen. Somit ergibt eine spätere Leistungskontrolle nur ein genaues Bild der Vererbung, wenn diese Selektion auch in den Zuchtwerten berücksichtigt wird.

Feldprüfung

Seit einigen Jahren fließen auch die Schlachtergebnisse (Schlachtalter, -gewicht und Schlachtkörperklassifizierung) der Tiere in die Zuchtwertschätzungen ein. Z.Z. sind allerdings noch sehr wenig Bullen in diesem Kriterium geprüft.

Seit 2009 können die weiblichen Tiere auch nach dem Absetzen regelmäßig gewogen werden. Seit einigen Jahren werden die tragenden Färsen nochmals bewertet. Dies ergibt ein genaueres Bild der Exterieurvererbung eines Bullen. Wenn in einigen Jahren genügend Daten der Wiegungen und Exterieurbewertungen zur Verfügung stehen, werden diese auch zur Zuchtwertschätzung genutzt.

Stationsprüfung

Seit 1997 haben die besten Limousin-Jungbullen aus Luxemburg Zugang zur Stationsprüfung in Lanaud. Hier werden jedes Jahr die besten Jungbullen des Jahrgangs einer Eigenleistungsprüfung unterzogen. Somit ist diesen Bullen der Weg zu sämtlichen Stufen des Selektionsprogramms offen (Natursprung, künstliche Besamung).

Die Resultate dieser Leistungsprüfung und der Zuchtwertschätzung stehen Ihnen als potentiellem Ankäufer in jedem Luxemburger Limousin-Herdbuchzuchtbetrieb zur Verfügung.

Falls Sie als Limousin-Züchter oder -Produzent an einer leistungsmäßigen und somit ökonomischen Verbesserung Ihrer Herde interessiert sind, sollten Sie auf diese wichtige Hilfe nicht länger verzichten.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Jahresabschluss 2011 des Fleisch-Rinder-Leistungs-Kontroll-Programms FRLKP

Nachstehend veröffentlichen wir die Betriebsabschlüsse, geordnet nach Rassen und dem Leistungskriterium korrigiertes, durchschnittliches Absetzgewicht (210 Tage-Gewicht) der im Jahrgang 2012 (1.8.11-31.7.12) geborenen Kälber.

Die Korrekturfaktoren sind Geschlecht, Alter und Abkalbealter und -rang der Kuh sowie Geburtsmonat. Das korrigierte Gewicht entspricht einem Bullenkalb geboren im März von einer Drittkalbskuh. Laut Beschluss des Abteilungsvorstands sind nur die Betriebe aufgeführt, die folgende Mindestleistung erfüllen:

  • Blonde d’Aquitaine: 285kg (1.150g TZ)
  • Charolais: 300 kg (1.200 g TZ)
  • Limousin: 275 kg (1.100 g TZ)
  • Salers & Aubrac: 250 kg (1.000 g TZ)

Um ein durchschnittliches Absetzgewicht für einen Betrieb berechnen zu können, müssen mindestens 30 % der im Betrieb lebend oder tot geborenen Kälber ein 210 Tage-Gewicht aufweisen. Zwillingskälber und ET-Kälber sowie diejenigen Kälber, von denen kein Abkalberang der Mutter bekannt ist, werden nicht im Durchschnitt des 210 Tage-Gewichts berücksichtigt, sind jedoch im Total der geborenen Kälber enthalten. Es müssen mindestens fünf Kälber pro Betrieb kontrolliert worden sein. Da dieses Resultat nicht ausschließlich das genetische Niveau der Herde wieder spiegelt, sondern vielmehr ein „gutes“ Management, sind auch die genetischen Effekte und der Betriebseffekt auf das 210 Tage-Gewicht, soweit bekannt (nur für verbundene Herden) gesondert aufgeführt.

Daneben stehen die durchschnittlichen Gesamtzuchtwerte der Kälber (nur direkte Effekte: ISEVR) und der Kühe und Bullen (Direkte und maternale Effekte: IVMAT) am Ende der Tabelle. Vorne steht außerdem die durchschnittliche Zwischenkalbezeit der Kühe im letzten Jahrgang. In der Fleischrinderjahresversammlung werden die Betriebe nicht mehr ausschließlich nach der besten Leistung beim Absetzen ausgezeichnet. Hier wird dieser Wert mit dem Umwelteffekt und der Zwischenkalbezeit kombiniert.

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie auch die durchschnittlichen Ergebnisse pro Rasse: => de lëtzebuerger ziichter 2/2014, Seite 34

IBOVAL Zuchtwerte auf Schlachtdaten

Wie jedes Jahr veröffentlichen wir die aktuellen IBOVAL-Zuchtwerte der im letzten Jahr aktiven Luxemburger Bullen der Rassen Aubrac, Blonde d‘Aquitaine, Charolais und Limousin.  => de lëtzebuerger ziichter 2/2014, Seite 36

Limousin-Topgenetik in Luxemburg

In diesen Tabellen finden Sie die besten Kühe aus Luxemburg rangiert nach Zuchtbetrieb, Qualifikation und ISU (Index Synthétique Ultime).  => de lëtzebuerger ziichter 1/2012