Herdbooks

Beschreibung der Rassen

Hier finden Sie unseren Flyer mit den Luxemburger Fleischrinder-Herdbuch-Züchtern.

Limousin

  • Herkunft: Limousin (westlich vom Zentralmassiv), seit 1972 in Luxemburg. Fleischrasse mit der bei weitem stärksten Verbreitung in Luxemburg.
  • Eigenschaften: mittel- bis großrahmige Fleischrasse mit leichtem Kalbeverlauf
  • Haarkleid: dunkel-weizenfarbig mit Aufhellungen rund den Augen und dem Flotzmaul, helle Schleimhäute.
  • Muttereigenschaften: je nach Typ mehr oder weniger frühreif, sehr gute Fruchtbarkeit und Leichtkalbigkeit bei durchschnittlicher Milchleistung
  • Masteigenschaften: durchschnittliches Wachstumspotential mit sehr guter Bemuskelung. Für Mast auf Spaltenböden bis mittlere Schachtgewichte (£ 400 kg Schlachtgewicht) geeignet.
  • Schlachtkörperqualität: sehr gute Ausbeute (62 %)und  sehr gutes Knochen-Muskel- und Fett-Muskelverhältnis durch die F94L Myostatin Mutation. Sehr gute Fleischreife am Hacken (dry-aging) da ausreichende subkutane Fettablagerung.
  • Fleischqualität: sehr feine Fleischfaser und sehr guter Geschmack (ausreichende Marmorierung ohne zu starke Verfettung), wenig Kollagen daher sehr zartes Fleisch bei Jungtieren.

Blanc-Bleu (Gris-Bleu)

  • Herkunft: Mittel- und Hochbelgien (Condroz), seit jeher in seiner ursprünglichen Form im Ösling vertreten (Ardennerrasse).
  • Eigenschaften: durch Muskelhypertrophie (mh, Doppellender, Platschert auf Luxemburgisch) hervorgerufene extrem bemuskelte Fleischrasse (nt821 Mutation des mh-Gens).
  • Haarkleid: weiß, merle (blau-weiß gescheckt) oder schwarzweiß gescheckt, dunkle oder helle Schleimhäuten.
  • Muttereigenschaften: sehr frühreif (Abkalbungen mit 24 Monate sind problemlos Möglich), Weniger hohe Fruchtbarkeit (Kaiserschnitt und Erbkrankheit „white heifer disease“), 90% der Abkalbungen durch Kaiserschnitt, unterschiedliche Mütterlichkeit je nachdem wie fleischbetont die Linie ist.
  • Masteigenschaften: sehr gute Mastleistung (Wachstum) bei intensiver und konzentrierter Fütterung, hervorragende Futterverwertung, extreme Bemuskelung.
  • Schlachtkörperqualität: hervorragende Schlachtkörper, sehr hohe Fleischausbeute (67 %) (Extrem günstiges Knochen-Muskel- und Fett-Muskelverhältnis) durch reinerbige Doppellenderträger.
  • Fleischqualität: sehr feine Fleischfaser und sehr zartes, jedoch helles Fleisch ohne großen kulinarischen Wert da sehr wenig Marmorierung.

Charolaise

  • Herkunft: Burgund (nördlich vom Zentralmassiv), seit 1957 in Luxemburg.
  • Eigenschaften: Fleischrasse von großem Rahmen mit hervorragendem Wachstumspotential.
  • Haarkleid: weiß bis cremfarbig, helle Schleimhäute.
  • Muttereigenschaften: etwas spätreif, gute Fruchtbarkeit und durch hohe Geburtsgewicht treten bei Erstkalbskühe häufiger Abkalbeschwierigkeiten auf, Charolais-Kühe weisen im Allgemeine eine bessere Milchleistung auf als die anderen spezialisierten Fleischrassen.
  • Masteigenschaften: extrem hohes Wachstumspotential mit guter Bemuskelung. Sehr gute Futterverwertung auch bei weniger konzentrierter Fütterung und gute Grundfutteraufnahmevermögen.
  • Schlachtkörperqualität: gute Ausbeute (60 %), mittleres Knochen-Muskelverhältnis und sehr gutes Fett-Muskelverhältnis. Wenig subkutanes Fett aber überdurchschnittlich viel intermuskuläres Fett. Es kommen auch 1-2 % Doppellender (Q204X Mutation des mh-Gens) mit deutlich höherer Fleischausbeute und feinem Knochenbau.
  • Fleischqualität: feine bis grobe Fleischfaser je nach Typ, mageres Fleisch mit optimaler Farbe und gutem kulinarischem Wert. Fleisch erlangt meist nur nach ausreichender Reifung die gewünschte Zartheit.

Bonde d'Aquitaine

  • Herkunft: Aquitaine (Südwesten von Frankreich), seit 1987 in Luxemburg.
  • Eigenschaften: rezente Fleischrasse mit großem Rahmen (Länge) welche aus der Fusion von verschiedener blonden Rassen aus dem Südwesten von Frankreich entstanden ist.
  • Haarkleid: hell-weizenfarbig, helle Schleimhäute.
  • Muttereigenschaften: spätreif, mittlere Fruchtbarkeit (Erbkrankheit: Translokation 1-29) und mittlerer Leichtkalbigkeit bei durchschnittlicher Milchleistung mit kurzer Säugezeit (5-6 Monate).
  • Masteigenschaften: durchschnittliches bis sehr hohes Wachstumspotential mit sehr guter Bemuskelung. Nicht für Mast auf Spaltenböden geeignet.
  • Schlachtkörperqualität: sehr gute Ausbeute (63 %), hervorragendes Knochen-Muskel- und Fett-Muskelverhältnis.
  • Fleischqualität: feine Fleischfaser und durchschnittlicher Geschmackwert (sehr mageres Fleisch mit wenig Marmorierung), wenig Kollagen daher zartes Fleisch bei Jungtieren. Bei ausgewachsenen, gut ausgemästeten Kühen sehr gute Fleischqualität (Geschmack).

Angus

  • Herkunft: Schottland, seit Anfang der fünfziger Jahre in Luxemburg (erste Fleischrasse in Luxemburg)
  • Eigenschaften: genetisch hornlose, mittelrahmige Fleischrasse mit hervorragender Fleischqualität
  • Haarkleid: einheitlich schwarz, es gibt auch eine rote Variante (Red-Angus)
  • Muttereigenschaften: sehr frühreif: EKA 24 Monate; hervorragende Fruchtbarkeit; sehr leichte Geburten; gute Mütterlichkeit.
  • Masteigenschaften: frühreif, daher ist die Verfettung schwerer zu beherrschen. Daher eher zur Produktion von frühreifen Schlachttieren (Baby-Beef) nutzten. Nur gedingt für intensive Stallmast geeignet, bei Weidemast allerdings gute Leistungen und Ausmast.
  • Schlachtkörperqualität: leichte bis mittelschwere Schlachtkörper die oft bei intensiver Mast (vor allem bei weiblichen Tieren) zu starker Verfettung neigen können, durchschnittliche Ausbeute (55 %), gutes Knochen-Muskelverhältnis.
  • Fleischqualität: hervorragende Fleischqualität, sehr feine Faser, exzellenter kulinarischer Wert (für Feinschmecker) da hervorragend marmoriert.

Hereford

  • Herkunft: West England (Grafschaft Hereford Shire)
  • Eigenschaften: sehr robuste, mittelrahmige Fleischrasse mit der weltweit stärksten Verbreitung (für alle Klimas geeignet). Es gibt auch genetisch hornlose Hereford (Polled-Hereford).
  • Haarkleid: rotbraun, weißer Kopf, Hals, Nacken, Bauch und Schwanzquaste; gelocktes Haar.
  • Muttereigenschaften: frühreif, sehr gute Fruchtbarkeit, sehr leichte Geburten und ausreichender Milchleistung (sehr gutes Mutterinstinkt).
  • Masteigenschaften: extrem frühreif, daher ist die Verfettung schwer zu beherrschen. Daher eher zur Produktion von frühreifen Schlachttieren (Baby-Beef) nutzten. Nicht für intensive Stallmast geeignet (Weidemast).
  • Schlachtkörperqualität: durchschnittliche Ausbeute (54 %); leichte Schlachtkörper, für den Luxemburger Markt zu fett.
  • Fleischqualität: sehr gute Fleischqualität bei feiner Fleischfaser, sehr guter kulinarischer Wert (für Feinschmecker) da stark Marmoriert.

(English) Longhorn

  • Herkunft: Nord-England im 16. Jahrhundert, später auch in Irland. Im 20.Jahrhundert fast ausgestorben. Außerhalb von Großbritannien, Irland und Neuseeland kaum verbreitet.
  • Eigenschaften: Mittelrahmige ursprüngliche Fleischrasse mit sehr langen meist nach unten gebogenen Hörnern welche hervorragend zur Weidemast geeignet ist.
  • Haarkleid: Von dunkelbraun über rostrot bis hellrot bzw. mehrfahrig gestromt (Brindel). Weiße Streifen dem Rücken, dem Schwanz und der Unterseite entlang (finching)
  • Muttereigenschaften: sehr langlebige Rasse, gute Fruchtbarkeit, leichte Geburten durch hervorstehende Hüftknochen und niedrigen Geburtsgewichten, gute Mütterlichkeit (Milch und Inhaltsstoffe).Übersteht gut Schwankungen im Futterangebot.
  • Masteigenschaften: niedriges Wachstumspotential (spätreif), gute Fleischausbeute, die Verfettung schwer zu beherrschen. Absolut nicht für intensive Stallmast geeignet (Weidemast).
  • Schlachtkörperqualität: leichte Schlachtkörper: unterdurchschnittliche Ausbeute, gutes Knochen-Muskelverhältnis. Für den Luxemburger Markt zu fett.
  • Fleischqualität: hervorragender Fleischqualität bei feiner Fleischfaser, sehr guter kulinarischer Wert (für Feinschmecker) da stark Marmoriert.

Aubrac

  • Herkunft: Plateau Aubrac (Aveyron, Cantal, Lozère und Haute-Loire), (südliches Zentralmassiv) seit 2003 in Luxemburg
  • Eigenschaften: mittelrahmige Robustrasse mit hervorragenden Muttereigenschaften
  • Haarkleid: einfarbiges weizengelb oder grau-weißliches Fell mit Aufhellungen an Kopf und Unterseite und dunklen Extremitäten und Schleimhäuten. Bei den Bullen ist der Kopf- und Halsbereich dunkel verfärbt.
  • Muttereigenschaften: sehr langlebige Robustrasse, hervorragende Fruchtbarkeit, leichte Geburten auch bei Anpaarung mit einem extremen Fleischbullen, sehr gute Mütterlichkeit (Milch und Mutterinstinkt). Übersteht problemlos Schwankungen im Futterangebot.
  • Masteigenschaften: trotz mittlerem Rahmen gute Tageszunahmen und Schlachtgewichte, gute Schlachtausbeute (durch F94L Gen). Sehr gutes Fundament mit harten Klauen daher kann auch auf Spaltenböden gemästet werden. Gute Futterverwertung auch bei weniger konzentrierter Fütterung und gutes Grundfutteraufnahmevermögen.
  • Schlachtkörperqualität: Mittelschwere Schlachtkörper: Durchschnittliche Ausbeute (Reinzucht 59 %,
  • Charolaiskreuzung 61 %), gutes Knochen-Muskelverhältnis. Es kommen auch noch vereinzelt Doppellender (nt821 Mutation) vor.
  • Fleischqualität: sehr gute Fleischqualität, feinfaserig und ausreichend marmoriert ohne zur viel Fett, optimale Fleischfarbe.

Salers

  • Herkunft: Auvergne (Zentralmassiv) seit 1989 in Luxemburg
  • Eigenschaften: Großrahmige Robustrasse mit hervorragenden Muttereigenschaften
  • Haarkleid: mehr oder weniger dunkles mahagonirot, meistens etwas gelockt.
  • Muttereigenschaften: etwas spätreife, sehr langlebige Robustrasse, hervorragende Fruchtbarkeit, sehr leichte Geburten auch bei Anpaarung mit einem extremen Fleischbullen, sehr gute Mütterlichkeit (Milch und Mutterinstinkt). Übersteht problemlos Schwankungen im Futterangebot.
  • Masteigenschaften: extrem frühreif, daher ist die Verfettung schwer zu beherrschen. Daher eher zur Produktion von frühreifen Schlachttieren (Baby-Beef) nutzten. Nicht für intensive Stallmast geeignet (Weidemast).
  • Schlachtkörperqualität: Mittelschwere Schlachtkörper: Durchschnittliche Ausbeute (Reinzucht 57 %,
  • Charolaiskreuzung 59 %), gutes Knochen-Muskelverhältnis.
  • Fleischqualität: sehr gute Fleischqualität, feinfaserig undausreichend marmoriert ohne zur viel Fett, optimale Fleischfarbe.

Galloway

  • Herkunft: Südwestschottland, seit 1989 besteht eine sehr kleine Population in Luxemburg (Hobby & Landschaftspflege).
  • Eigenschaften: genetisch hornlose klein- bis mittelrahmige Robustrasse.
  • Haarkleid: Farben: schwarz, dun (beige); belted (weise Leibbinde); white (weiß) und Park (Weiß mit Pigmentflecken), wellige lange Haare.
  • Muttereigenschaften: eher spätreif, sehr gute Fruchtbarkeit bei ausreichendem Nährstoffangebot, durch sehr leichte Kälber problemlose Abkalbungen auch in Gebrauchskreuzung mit Fleischrassen (in England ist die Kreuzung mit Beef-Shorthorn (Blue-Gray) sehr populär), ausreichende Milchleistung, sehr gutes Mutterinstinkt.
  • Masteigenschaften: frühreif bei intensiver Fütterung, daher ist die Verfettung schwer zu beherrschen. Niedriges Wachstumspotential und mittlere Bemuskelung. Nicht für intensive Stallmast geeignet (Weidemast).
  • Schlachtkörperqualität: mittlere Schlachtausbeute bei leichten Schlachtkörper und mittlerer Bemuskelung. Gelbes Fett kommt oft vor.
  • Fleischqualität: sehr gute Marmorierung daher geschmackvolles Fleisch, teils ist der Geschmack dem Wild ähnlich.

Highland

  • Herkunft: Highlands (Nord-West Schottland) seit 1994 besteht eine sehr kleine Population in Luxemburg (Hobby & Landschaftspflege).
  • Eigenschaften: anspruchslose, urwüchsige Robustrasse mit gedrungenem Körperbau. Eher zur Landschaftspflege, in extrem rauhen Lagen, als zur Fleischproduktion geeignet.
  • Muttereigenschaften: extrem robuste Rasse die in der ganzjährigen Freilandhaltung korrekte Leistungen bringt: sehr spätreif, sehr gute Fruchtbarkeit bei ausreichendem Nährstoffangebot, problemlose Abkalbungen auch in Gebrauchskreuzung mit extremen Fleischrassen, niedrige Milchleistung jedoch sehr gutes Mutterinstinkt.
  • Masteigenschaften: Niedriges Wachstumspotential und schwache Bemuskelung. Nicht für intensive Stallmast geeignet (Weidemast).
  • Schlachtkörperqualität: sehr leichte Schlachtkörper, niedrige Fleischausbeute und schwache Bemuskelung (O).
  • Fleischqualität: Fleischqualität ist schwer mit anderen Rinderrassen vergleichbar, ist der Geschmack dem Wild ähnlich. Fleisch erlangt nur nach ausreichender Reifung die gewünschte Zartheit.

Welsh Black

  • Herkunft: Südwesten der Britischen Inseln (Wales) seit 1995 in Luxemburg, z.Z nur sehr vereinzelt in Hobbyhaltung.
  • Eigenschaften: knapp mittelrahmige Robustrasse mit hervorragenden Muttereigenschaften und sehr ruhigem Temperament.
  • Haarkleid: schwarz, im Winter etwas längeres Haar.
  • Muttereigenschaften: langlebige Robustrasse, hervorragende Fruchtbarkeit, sehr leichte Geburten auch bei Anpaarung mit einem Fleischbullen, sehr gute Mütterlichkeit (Milch und Mutterinstinkt). Übersteht problemlos Schwankungen im Futterangebot.
  • Masteigenschaften: mittlerer Tageszunahmen, sehr gute Mastresultate auf Grünlandbasis aber höhere Qualitätsansprüche als die anderen britischen Robustrassen. Nur bedingt zur Stallmast geeignet.
  • Schlachtkörperqualität: Mittelschwere Schlachtkörper: Durchschnittliche Ausbeute (57 %),
  • gutes Knochen-Muskelverhältnis.
  • Fleischqualität: sehr gute Fleischqualität, feinfaserig und ausreichend marmoriert ohne zur viel Fett, viel subkutanes Fett daher bestens geeignet um langes Reifen (dry-aging), sehr guter Fleischgeschmack.
  • Wagyū

  • Herkunft: Japan, seit 2014 in Luxemburg. Rezente Fleischrasse ausserhalb von Japan.
  • Eigenschaften: mittelrahmige Fleischrasse mit vorzüglicher Fleischqualität.
  • Haarkleid: Wagyū-Rinder sind meist schwarz, wobei es auch rote Tiere gibt.
  • Muttereigenschaften: je nach Typ mehr oder weniger frühreif, gute Fruchtbarkeit und Leichtkalbigkeit bei unterdurchschnittliche Milchleistung.
  • Masteigenschaften: je nach Linie sehr unterschiedliches Wachstumspotential mit kräftiger Vorderhand und einer schwach bemuskelten Keule.
  • Schlachtkörperqualität: weniger Flesichausbeute als die gänigen europäischen Fleischrassen. Sehr gute Fleischreife am Hacken (dry-aging) da gute subkutane Fettablagerung
  • Fleischqualität: Es zeichnet sich durch ausgespochene Zartheit, Saftigkeit sowie durch einen würzigen Geschmack aus. Neben der dünnen Fettauflage wird das Fleisch von einer gleichmäßigen Marmorierung durchzogen. Das Wagyu-Fleisch hat einen bis zu 50 % höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren als andere Rinderrassen.